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Workshop Kinder- und Jugendgesundheit 2010

4 Kinder und Jugendgesundheit

Zum vierten Mal fand in diesem Jahr der Segeberger Workshop für Kinder- und Jugendgesundheit, veranstaltet vom Kreis Segeberg mit der Gesundheitsregion Segeberg und MedComm - mit großem Erfolg: kaum ein Platz war mehr frei, als Landrätin Jutta Hartwieg am 06.10.2010 die fast 120 Teilnehmer und Mitwirkenden im Kreistagssitzungssaal begrüßte.
Mit den Themen "Migration und Gesundheit", "Frühe Sprachförderung" und "Autismus und autistische Störungen" hatten die Veranstalter eine große Resonanz bei Lehrkräften, ErzieherInnen, MedizinerInnen und TherapeutInnen ausgelöst.
Sabriye Bükücüler berichtete im ersten Referat von dem bundesweiten Projekt "MiMi - mit Migranten für Migranten", das zum Ziel hat, engagierte MigrantInnen zu Gesundheitslotsen auszubilden, die in ihrer ethnischen Community zu Gesundheitsthemen beraten und unterstützen können. Frau Bükücüler verdeutlichte anhand von Studienergebnissen des Ethnomedizinischen Zentrums, in welchen Bereichen die Gesundheitlichen Probleme und Fragestellungen bei MigrantInnen auftreten. Besonders betonte sie die Heterogenität: "den Migranten" gäbe es nicht, bereits die unterschiedlichen Herkunftsländer bringen sehr verschiedene Fragestellungen mit sich, ganz zu schweigen von der individuellen Lebenssituation.
Im Workshop zum Thema Migration und Gesundheit bestand die Gelegenheit mit Sabriye Bükücüler und Irina Geronime (beide vom Lübecker Verein Sprungtuch e.V.) intensiv ins Gespräch zu kommen und Fragestellungen und Probleme aus dem eigenen Arbeitsbereich anszusprechen.

Workshop I, Migration

Heike Burmeister und Dorothee von Maydell, zwei Logopädinnen des Werner-Otto-Instituts aus Hamburg stellten ein in Heidelberg entwickeltes Elterntraining vor. Dieses befähigt Eltern von sogenannten "Late Talkers", das heißt Kindern im Alter von etwa zwei Jahren, die eine verzögerte Sprachentwicklung haben, ihre Kinder gezielt in Alltagssituationen zu fördern. Das intensive Training der Eltern beinhaltet Gruppenarbeiten, Rollenspiele und Arbeit mit Videosequenzen um die eigenen Kompetenzen und das Gespür für das Sprechen mit dem Kind zu entwickeln. Anhand der Ergebnisse einer Follow-Up-Studie wurde dokumentiert, wie groß der Effekt des Elterntrainings auf die sprachliche Entwicklung der Kinder ist. Das Programm stieß besonders bei den anwesenden ErzieherInnen auf großes Interesse. "Wie ist es mit der Kostenübernahme?", "Gibt es auch ein Training für Erzieherinnen?" waren zwei Fragen aus dem Plenum.
In Heidelberg wird von den Entwicklern der Methode eine Schulung für pädagogisches Personal angeboten, das Werner-Otto-Institut selbst bietet die eigentlichen Elternkurse an. Für diese wird in Einzelfällen ein Zuschuss von der Krankenkasse gewährt. Genauere Informationen können beim Werner-Otto-Institut erfragt werden.
Im Workshop wurde noch einmal intensiver auf die Inhalte der Module des Elterntrainings eingegangen.

Workshopp II, Sprachförderung

Bernd Maass vom Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein stellte im dritten Themenbereich das Thema Autistische Verhaltensstörungen, besonders das Asberger-Syndrom, dar. Sehr anschaulich verdeutlichte er mit seinen eigenen Erfahrungen und mit einem kurzen Film, welche besonderen Symptome diese Erkrankungsbilder haben, aber auch, wie unterschiedlich sie ausgeprägt sein können. Das Thema wurde im Workshop von Jochen Baumgardt fortgeführt. Herrn Baumgardt brachte seine großen Erfahrungen mit autistischen Kindern ein und zeigte anhand mehrerer kurzer Filmsequenzen die besondere Sichtweise autistischer Kinder auf ihre Umgebung. Autismus und besonders die häufig auftretenden Inselbegabungen, sind auch durch die mediale Beschäftigung mit dem Thema sehr bekannt, das wurde in beiden Vorträgen deutlich. Bei einem 10-jährigen Autisten klingt das so:"Meine Interessen... Mittelalter, frühe griechische Geschichte, frühe römische Geschichte, frühe ägyptische Geschichte...Dinosaurier! Ich habe 52 Dinaosaurierbücher gelesen - alle gemerkt!" Was er dann auch prompt mit detailreichen Schilderungen inklusive lateinischer Namen unter Beweis stellte.
So amüsant es wirken mag - Herr Baumgardt stellte klar, dass autistische Kinder und deren Eltern vor großen Herausforderungen stehen. Die Integration in den Schulalltag ist für sie besonders schwierig - die Reaktionen auf diese Anstrengung können sich dann zuhause in unkontrollierbarem Verhalten entladen.
Autismus ist keine heilbare Erkrankung, aber therapeutische Interventionen können allen Betroffenen helfen, die Unterschiede zwischen dem "normalen" und dem "autistischen" Erleben zu verstehen und den Umgang damit zu lernen.

Referentenliste

Programm 06.10.2010