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MedComm Gesundheitswirtschaftskongress 2011

Flyer [PDF: 565 KB]  

Tagesdokumentation MedComm Gesundheitswirtschaftskongress 2011

Am 18. Mai 2011 fand der MedComm Gesundheitswirtschaftskongress im Klinikum Bad Bramstedt statt. Unter dem Titel „Gesundheitswirtschaft in der Region: Konzepte für die Zukunft“ hatte MedComm eingeladen – und rund 150 Akteure aus der Region und darüber hinaus waren gekommen! Schon diese Zahl war ein erster Erfolg für die Veranstaltung, die neben dem Austausch über Gesundheitsthemen mit regionalem Bezug auch die Vernetzung der Akteure zum Ziel hatte. Einen ganzen Tag lang präsentierten und diskutierten Experten zentrale Themenfelder für die Entwicklung einer regionalen Gesundheitswirtschaft und -versorgung.

Foto: Guido Kollmeier/www.blende4.de

Jens Ritter, Geschäftsführer des Klinikums Bad Bramstedt, hieß die Gäste als Hausherr Willkommen. Ihm folgte Landrätin Jutta Hartwieg, die die Bedeutung des Gesundheitssektors für den Kreis Segeberg betonte. 

Im Einführungsreferat betonte Randy Lehmann, Leiterin der Gesundheitsinitiative für das Land Schleswig-Holstein, die Bedeutung des vernetzten Denkens und Arbeitens in der Gesundheitswirtschaft. Dass dies in Schleswig-Holstein in besonderem Maße gelingt, äußert sich aus ihrer Sicht an den vielen praktischen Beispielen, die auf dem Kongress präsentiert wurden.

MedComm als regionales Netzwerk stellte sie in dem Rahrem ihrer landesweiten Aktivitäten der Gesundheitsinitiative und legte allen Teilnehmern die Nutzung dieser Netzwerkstrukturen besonders ans Herz.

Foto: Guido Kollmeier/www.blende4.de

Thema 1: Fachkräfte qualifizieren und einsetzen
Dr. Peter Windeck, Geschäftsführer der Rochus Mummert Healthcare Consulting, skizzierte im Plenum die Faktoren, die ein Arbeitgeber beeinflussen kann, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten: Dabei spielt neben der Höhe der Vergütung die Mitarbeiterzufriedenheit (Arbeitsklima, Weiterbildungsmöglichkeiten, Führungsprinzipien, Arbeitgeberimage etc.) eine zentrale Rolle.

Moderiert wurde das Themenforum von Genia Dohnke, die als Leiterin des Seniorenzentrums Itzehoe Olendeel, eigene Erfahrungen und Erkenntnisse einbringen konnte.

Prof. Dr. Heidi Höppner, Professorin für Physiotherapie an der Fachhochschule Kiel, beschrieb in ihrem Beitrag die Konsequenzen, die aus dem sozialen und demografischen Wandel folgen. Die Leistungserbringer im Gesundheitsbereich müssen insbesondere im Flächenland Schleswig-Holstein interdisziplinär zusammenarbeiten, um eine angemessene und bedarfsorientierte Hilfe für Menschen mit Krankheiten (chronische oder gar mehrere) und längerfristigen bzw. dauerhaften Einschränkungen (Behinderungen) leisten zu können. Unter anderem forderte sie, Versorgungsprozesse arbeitsteilig neu auszurichten sowie Teambildung und Vernetzung zu fördern.

Anja Vollack, Geschäftsführerin der UKSH Akademie, stellte die Entwicklung in den Gesundheitsberufen in den Gesamtzusammenhang der strategischen Personalentwicklung im Krankenhaus. Auf aktuelle Entwicklungen wie z.B. die generalisierte Pflegeausbildung, Akademisierung und Ausdifferenzierung der Gesundheitsberufe ging sie beispielhaft ein.

Foto: Guido Kollmeier/www.blende4.de
Referenten und ihre Präsentationen im Überblick

Dr. Peter Windeck, Rochus Mummert Healthcare
»Fachkräfte gewinnen und halten« [PDF: 48 KB]

Prof. Dr. Heidi Höppner, Fachhochschule Kiel
»Gesundheitsberufe morgen: Interdisziplinarität und Kooperation« [PDF: 703 KB]

Anja Vollack, UKSH Akademie
„ »Trends in der Ausbildung und Qualifizierung in den Gesundheitsberufen« [PDF: 49 KB]  

 
Thema 2: Netzwerke – MehrWerte für die Gesundheitswirtschaft
Dr. Thorsten Wygold, ärztlicher Direktor der RegioKliniken im Kreis Pinneberg,  präsentierte die Strategie des viertgrößten privaten Krankenhausbetreibers in Deutschland, der Sana Kliniken AG, sich auch regional fest zu verankern. Die regionale Orientierung setzt sein Unternehmen um, indem es u. a. mit den bestehenden Ärztenetzwerken und anderen Kliniken der Region kooperiert sowie niedergelassenen Fachärzten anbietet, einen Teil ihres Portfolios im Krankenhaus zu erbringen (Consultant-System).

Moderator des Themenforums war Ralf Duckert von der Kieler Agentur dsn Analysen & Strategien | Kooperationsmanagement, die Netzwerke im Gesundheitsbereich analysieren und organisieren.

Dr. Maren Kentgens, Geschäftsführerin der Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH, berichtete von dem Hamburger Netzwerk, das erstmals in Deutschland ein innovatives, versorgungszentriertes und wissenschaftlich fundiertes Gesamtkonzept für die psychische Versorgung entwickelt hat und es in der Praxis erprobt. Die Zuhörer interessierten sich sehr für eine mögliche Beteiligung an dem Netzwerk.
Alfred von Dollen, Geschäftsführer der Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH (FEK), stellte den Klinikverbund von fünf kommunalen Kliniken mit elf Standorten vor: den „5K-Verbund“. Im Mittelpunkt der Kooperation stehen Ziele wie die Kräfte zu bündeln, Kompetenzen zu teilen und Wissen zu vereinen. Gemeinschaftlicher Einkauf, gemeinsame chefärztliche Leitungen und koordinierte Qualifizierungsangebote führen zu Kosteneinsparungen und höherer Qualität in der Versorgung. So kann die Zusammenarbeit unter vermeintlichen Konkurrenten für alle Beteiligten Nutzen bringen. 

Referenten und ihre Präsentationen im Überblick

Dr. Thorsten Wygold, Regio Kliniken GmbH
»Regionale Identität einer überregionalen Klinikgruppe« [PDF: 786 KB]

Dr. Maren Kentgens, Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH
»Gesundheitsregion der Zukunft: Im Netzwerk zum Erfolg« [PDF: 2,6 MB]

 Alfred von Dollen, Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster GmbH
»5 Kliniken - 5 Kulturen: Gelebte Zusammenarbeit im Verbund« [PDF: 120 KB]

 

 

Thema 3: Gesundheitstourismus – Qualität der Produkte und innovative Vertriebsstrategien
Prof. Dr. André Schulz, Professor an der Fachhochschule Westküste mit den Forschungs- und Arbeitsschwerpunkten Gesundheitstourismus, Hospitality Management und Netzwerkmanagement, stellte anhand von Thesen vor, unter welchen Bedingungen der Gesundheitstourismus sich weiterentwickeln kann. Seiner Erkenntnis nach müssen sich die Leistungsketten gesundheitstouristischer Angebote erweitern. Außerdem wird die Entwicklungsfähigkeit einer gesundheitstouristischen Region auch davon abhängig sein, inwiefern es gelingt, Risikokapital unabhängig einer Nachfrage-Angebotsrelation zu aktivieren.

Der Moderator des Themenforums, der Bad Bramstedter Bürgermeister Hans-Jürgen Kütbach, ist selbst einer der zentralen Akteure im schleswig-holsteinischen Gesundheitstourismus. Als Bürgermeister eines Kurortes ist er zudem Vorsitzender des Heilbäderverbandes Schleswig-Holstein e.V. sowie des Kompetenzzentrums Gesundheitstourismus Schleswig-Holstein.

Frank Behrens, langjähriger Geschäftsführer der Damp Touristik GmbH, beschrieb, wie der erfolgreichste gesundheitstouristische Anbieter im Norden eine neue Strategie entwickelt, um den gesellschaftlichen und technologischen Veränderungen (Stichworte: Demografischer Wandel, Verbreitung des Internets) oder dem immer kurzfristigeren Buchungsverhalten der Gäste Rechnung zu tragen. Die einzige Konstante im ständigen Wandel ist dabei die konsequente Zielgruppenorientierung.

Jürgen Kulp, Projektmanager beim Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus Schleswig-Holstein, arbeitete in seinem Vortrag innovative Vertriebsformen für gesundheitstouristische Angebote heraus. Während Vertrieb heute wie eine (digitale) Litfaßsäule funktioniert, muss nach seiner Ansicht Vertrieb morgen Inspiration geben und Emotionen wecken, Fragen stellen statt Antworten zu geben, Erwartungen visualisieren, Alternativen zur Entscheidung stellen und aktiv die sozialen Medien bedienen. 
 

Foto: Guido Kollmeier/www.blende4.de

Referenten und ihre Präsentationen im Überblick

Prof. Dr. André Schulz, Fachhochschule Westküste
Gesundheitstourismus: Status quo und Perspektiven [PDF: 58 KB]

Frank Behrens, Damp Touristik
»Qualität - Erfolgsfaktor im Gesundheitstourismus« [PDF: 515 KB]

Jürgen Kulp, Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus
»Innovative Vertriebsformen für gesundheitstouristische Angebote« [PDF: 1,9 MB]

 


 

Thema 4: Forschung und Technik für das Alter
Elisabeth Niejahr, Berliner Journalistin der ZEIT für politische und wirtschaftspolitische Themen, ist Autorin des Buches „Alt sind nur die Anderen – so werden wir leben, lieben und arbeiten. Anmerkungen zur Altenrepublik von morgen“. In ihrem Vortrag formulierte sie die These, dass das Thema Alter samt aller damit zusammenhängenden Reformideen noch immer teilweise verdrängt wird – von den Verantwortlichen, aber auch von jedem Einzelnen. Denn: Alt sind nur die anderen. Damit es sich in der Altenrepublik von morgen gut leben lässt, sollten wir uns alle möglichst schnell ein Bild von Wohnformen, Pflegemodellen, neuen Technologien und Arbeitszeitmodellen der Zukunft machen.

Moderiert wurde das dazugehörige Themenforum von Gabriele Huhn, Projektmanagerin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck, und Koordinatorin für Life-Science-Forschungsprojekte.

Prof. Dr. Josef Aldenhoff, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Kieler Universität, forderte eine proaktive Auseinandersetzung mit unseren altersbedingten Veränderungen, die es uns ermöglicht, auch im Alter neue Erfahrungsfelder zu finden und Lebensqualität zu erhalten. Die technischen Bereicherungen unserer modernen Welt können uns bei richtigem Gebrauch dabei helfen und unterstützen.

Prof. Dr.-Ing. Andreas Schrader, Institut für Telematik an der Universität Lübeck, überraschte das Publikum mit einer breiten Palette an bereits realisierten technischen Assistenzsystemen für das Alter. Technologien wie virtuelle Räume, Telemonitoring, Ambient Assisted Living sind noch nicht im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit angekommen. Seine Botschaft lautete, dass Technik sich immer dann durchsetzt, wenn sie dem Nutzer einen Beitrag zu mehr Autonomie leistet.

Prof. Dr. Roland Trill vom Fachgebiet Krankenhausmanagement & eHealth an der Fachhochschule Flensburg stellte dar, wie man eine breitere Akzeptanz von Telemedizin schaffen kann, um die Gesundheitsversorgung und Lebensqualität insbesondere in den ländlichen Räumen weiter zu gewährleisten bzw. zu erhöhen. Sein Fallbeispiel von Oma Luise aus Travenhorst illustriert, was für Vorteile die neue Technologie für ältere Menschen hat. 
 

Foto: Guido Kollmeier/www.blende4.de

Referenten und ihre Präsentationen im Überblick

Elisabeth Niejahr, ZEIT-Journalistin und Autorin
»Alt sind nur die Anderen« [PDF: 11 KB]

Prof. Dr. Josef Aldenhoff, Zentrum für Integrative Psychiatrie
„Altern in einer neuen Welt"

Prof. Dr.-Ing. Andreas Schrader, Institut für Telematik an der Universität Lübeck
„Eigenständigkeit im Alter – die Technik hilft“

Prof. Dr. Roland Trill, Fachhochschule Flensburg
»eMail von Oma: Mir geht es gut! Akzeptanz der Telemedizin« [PDF: 1,4 MB]  

 
 

Abschlussgespräch
Gesundheitswirtschaft in der Region: Konzepte für die Zukunft
Das Abschlussgespräch moderierte Oliver Grieve, Pressesprecher vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, mit den Gästen:

Foto: Guido Kollmeier/www.blende4.de
  • Dr. Cordelia Andreßen, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaftund Verkehr des Landes Schleswig-Holstein
  • Hans-Jürgen Kütbach, Vorsitzender des Heilbäderverband Schleswig-Holstein e.V. und Bürgermeister Bad Bramstedt
  • Jens Ritter, Geschäftsführer des Klinikums Bad Bramstedt
  • Matthias Schulz-Kleinfeldt, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck

Im Zentrum der Abschlussdiskussion standen die zentralen Erfolgsfaktoren, die zu entwickeln sind, um die regionale Gesundheitsversorgung zu sichern und die Chancen der Gesundheitswirtschaft zu erkennen und zu nutzen. 

Dreh- und Angelpunkt für die heutigen und anstehenden Problembereiche ist der Demografische Wandel. Die älter werdende Bevölkerung wird auf der einen Seite zu mehr Patienten mit mehr und schwierigeren Krankheitsbildern führen. Auf der anderen Seite werden im ärztlichen und pflegerischen Bereich zunehmend Arbeitskräfte fehlen. Lösungsansätze sahen die Diskutanten in Maßnahmen in den Bereichen: Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Ausbildung, Qualifizierung und IT-Vernetzung.

Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf müssen dazu führen, die Attraktivität der medizinischen Berufe zu steigern. Die verstärkte Ausbildung führt zu einer besseren mengenmäßigen Basis an verfügbarem Fachpersonal. Maßnahmen im Bereich der Qualifizierung von Mitarbeitern führen zu einer Steigerung der Qualität der Versorgung und zu einer Flexibilisierung der Einsatzmöglichkeiten der Mitarbeiter. Um die Prozesseffizienz und die Dokumentation von Wissen und Erfahrungen zu steigern, wurde die konsequente Vernetzung der verschiedenen Akteure und Organisationen untereinander als wichtige unterstützende Maßnahme angesehen.

Im Laufe der Diskussion wurde immer wieder darauf hingewiesen, dass die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten für die Region von hohem Interesse ist. Die Gesundheitswirtschaft ist eine Zukunftsbranche mit hohem Wachstumspotenzial. Das ist unter anderem auch Ergebnis des Strategieprojekts "Schleswig-Holstein 2030" der IHK Schleswig-Holstein und zeigt sich auch in der engen Kooperation zwischen den Fachministerien auf Landesebene, wenn es um die Themen Gesundheitsversorgung und Gesundheitswirtschaft geht.

Das Fazit der Veranstaltung: Es gibt in der Region bereits eine ganze Reihe von Konzepten und Initiativen, die die Gesundheitsversorgung und -wirtschaft in ihrer breiten Themenpalette voranbringen. Für das gegenseitige Kennenlernen der Akteure und die notwendige Vernetzung zwischen den Organisationen sind Veranstaltungen wie der MedComm Gesundheitswirtschaftkongress 2011 ein wichtiger Baustein. 

 

Fotos: Guido Kollmeier, blende4, Lübeck