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MedComm Jahresversammlung 2011


Programm [PDF: 40 KB]

MedComm: Rückblick 2010, Vortrag von Katharina Silies

Am 25.02.2011 fand die dritte Jahresversammlung der Freunde und Förderer von MedComm statt, traditionell im Kreistagssitzungssaal. Über dreißig Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Forschung und Politik informierten sich über die Aktivitäten des Projekts und die Planungen für die nächsten Jahre.
Projektmanagerin Katharina Silies stellte Veranstaltungen und Projekte des vergangenen Jahres vor. Besonders intensiv wurde bei MedComm im Bereich der Gesundheitsberufe gearbeitet. Der Auftritt auf der „Junge Messe Norderstedt“, einer Berufsmesse mit 5.000 – 6.000 Besuchern wurde 2010 gemeinsam mit den Segeberger Kliniken und dem Klinikum Bad Bramstedt gestaltet. „Das ist eine Messe, die besonders viel Spaß macht, die jungen Menschen sind interessiert und gesprächsbereit.“ sagte Frau Silies. Auf der Messe präsentierte MedComm auch erstmals die Broschüre „Berufe mit Zukunft im Gesundheitswesen“, die vierzig Beschreibungen von Berufen in der Gesundheitswirtschaft und Informationen zu den Ausbildungsmöglichkeiten in Schleswig-Holstein enthält. Die Broschüre kann kostenlos bei MedComm bestellt werden und stieß bisher auf großen Anklang.
Die MedComm Veranstaltungen erfreuen sich seit Projektbeginn großer Beliebtheit. Seit 2008 wurden 37 Veranstaltungen alleine und mit Partnern durchgeführt, die von insgesamt 1.178 Teilnehmern besucht und gut bewertet wurden.
In laufenden Projekten ist derzeit besonders die Arbeit am Gesundheitspark Bad Segeberg intensiv. Es werden Gespräche mit Leistungserbringern vor Ort geführt, um die Organisation des Gesundheitsparks vorzubereiten und Teilprojekte weiter voran zu bringen.
Erfolgreich waren auch die Vorbereitungen der Fortführung des Projekts MedComm. Ziel ist die Bewilligung von EU-Mitteln für weitere drei Jahre. Die dafür benötigte Kofinanzierung vom Kreis und von den Kliniken wurde zugesagt. Die politische Unterstützung für MedComm zeigte sich auch in der Anwesenheit der Kreistagsabgeordneten von den Fraktionen der CDU, SPD, FDP und den Grünen.
Fazit Frau Silies: hier vor Ort haben wir alle Voraussetzungen geschaffen, jetzt kann Kiel das OK geben!

MedComm: Rückblick 2010 [PDF: 1,6 MB]


Begrüßung durch Kreispräsident Winfried Zylka

Kreispräsident Zylka begrüßte die Anwesenden des Kreises und zeigte sich erfreut über das hochrangige Publikum, welches aus seiner Sicht den Stellenwert des Projekts MedComm deutlich macht.
Die Bedeutung der Gesundheitswirtschaft allgemein und für den Kreis Segeberg unterstrich er anhand von aktuellen Zahlen des Fritz-Beske-Instituts in Kiel zum demografischen Wandel. Die Versorgung der älteren Bevölkerung und der gleichzeitig zurückgehende Nachwuchs an Fachkräften sind die zukünftigen Herausforderungen, denn: die Gesundheitswirtschaft ist eine beschäftigungsintensive Branche – die Beschäftigtenzahlen sind so hoch wie im Einzelhandel.
Diese gesellschaftliche Aufgabe erfordert Anstrengungen auf allen kommunalen Ebenen, aber auch viel bürgerschaftliches Engagement wird erforderlich sein.
Vor diesem Hintergrund betonte er noch einmal, dass die Politik gewillt ist, die Gesundheitswirtschaft mit MedComm weiter zu unterstützen. Die Verlängerung des Projekts und damit die Bewilligung von 148.000 € an Mitteln von Kreis als Projektträger wurde in den Gremien einstimmig beschlossen.
Ausdrücklich bedankte er sich auch bei den privaten Kofinanzierern, den Kliniken aus den Kreisen Segeberg und Pinneberg.
Der Kreis Segeberg geht neue Wege in der Wirtschaftsentwicklung und wird eine eigene Gesellschaft gründen. Dabei geht es nicht darum, in Konkurrenz zu anderen Wirtschaftsförderungseinrichtungen zu treten sondern eine Unterstützungsstruktur für Unternehmen zu schaffen deren vordringlichste Aufgabe die Vernetzung ist. Nach einem Gutachten der Prognos-AG steht der Kreis Segeberg vor guten Zukunftsaussichten – dafür ist aber Initiative und Eigenaktivität in der Wirtschaftsförderung gefordert. Eine ausschließliche Ausrichtung auf das Kreisgebiet ist dabei zu kurz gedacht. Regionale Ansätze, wie der von MedComm, versprechen bessere Vernetzungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. In diesem Sinne ermutigte er die Anwesenden, mit dem Kreis Segeberg weiter im MedComm Netzwerk mitzuarbeiten.

 

Wertschöpfungsketten in der Gesundheitswirtschaft, Vortrag von Katharina Silies

Im zweiten Teil der Veranstaltung präsentierte Frau Silies Untersuchungen zu Wertschöpfungsketten in der Gesundheitswirtschaft.
Dazu stellte sie anhand von statistischen Daten zur Beschäftigung und zu Versorgungsstrukturen ein Standortprofil dar und berichtete weiterhin von Ergebnissen aus Experteninterviews (siehe Download).
Vier Aussagen, die aus den Experteninterviews gefiltert wurden, diskutierte anschließend das Plenum:
 
„Es fehlt an einer verbindlichen Begriffsbestimmung für die Gesundheitswirtschaft.“
Plenum:

  • Die Aussage kann bestätigt werden, allerdings stellt sich die Frage, ob diese Begriffsbestimmung notwendig und angesichts der Heterogenität des Bereichs überhaupt zu leisten ist.
  • Wichtiger ist, dass es überhaupt ein Bekenntnis zur Gesundheitswirtschaft im Land gibt und über ihre Chancen gesprochen wird. 

 
„Es wird keine übergeordnete Strategie für die Gesundheitswirtschaft im Land wahrgenommen.“
Plenum:

Eine Gesamtstrategie mit der Fragestellung „Wo wollen wir hin“ für die Gesundheitswirtschaft zu entwickeln, wäre eine sehr schwierige Aufgabe.

  •  Dennoch könnte die Entwicklung einer Strategie Chancen für eine bessere Vernetzung der Marktbereiche bieten.
  •  Voraussetzung dafür wäre eine geeignete, neutrale Institution, die an dieser Strategie arbeitet und zwar gemeinsam mit politischer Ebene und den Kunden und „Leistungsabforderern“.
  • Eine rein normative Ausrichtung dieser Institution genügt nicht, sie muss verbindliche Entscheidungen herbeiführen können.
  • In anderen Bundesländern, besonders in Mecklenburg-Vorpommern, ist es gelungen, eine politisch initiierte und von Leistungserbringern mit getragene Zielsetzung „Gesundheitsland Nr. 1“ zu etablieren
  • Eine solche Initiative würden die Leistungserbringer auch in Schleswig-Holstein unterstützen.
  • Es sollte darüber nachgedacht werden, auf welcher Ebene diese strategische Arbeit stattfinden sollte: auf Landesebene oder kleinräumiger auf regionaler Ebene.
  • Zentrale Punkte sind die Vernetzung des vor- und nachstationären Bereichs, die sektorenübergreifende Einbeziehung der Leistungserbringer und auch der Kostenträger.
  • Auf Landesebene gibt es bereits Aktivitäten, sowohl als regionaler Ansatz (Beispiel MedComm), als auch als Clustermanagement und Beratungseinrichtungen.
  • Das Gesundheitsministerium hat mit der Gesundheitsinitiative bereits Leitbilder für den Kernbereich der Gesundheitswirtschaft erdacht.
  • Das Wirtschaftsministerium unterstützt zwei Organisationen zur Förderung der Gesundheitswirtschaft in den Bereichen Life Sciences (Norgenta) und Gesundheitstourismus (Kompetenzzentrum Gesundheitstourismus) und ist auch für weitere Vorschläge von Seiten der Wirtschaftsförderer offen.
  • Richtig ist, dass es in Schleswig-Holstein bisher keine federführende Institution für die Gesundheitswirtschaft gegeben hat und gibt.
    „Die Analyse von Wertschöpfungsketten ist wichtig zum Verständnis der Gesundheitswirtschaft.“
    Plenum:
  • Für jedes Unternehmen ist die Analyse seiner Wertschöpfungsketten unerlässlich und sie sind zumeist nicht schwer zu identifizieren.
  • In der Gesundheitswirtschaft stellt ist die Wertschöpfungskette nicht definiert.
  • Zielsetzung ist, den Zustand des Patienten von „Verbesserungswürdig“ zu „Gut“ zu verändern – dafür gibt es aber keine einfache und ganzheitliche Kette, viele Organisationen und unterschiedliche Kostenträger sind beteiligt.
  • Damit werden ein stringenter Ablauf und eine Einigung bei der Finanzierung der jeweiligen Prozessschritte erschwert.
  • Bei der Diskussion unter dem Begriff „Wirtschaft“ darf im Gesundheitsbereich nicht vergessen werden, dass „“Wachstum“ und „Daseinsvorsorge“ auch eine Diskrepanz darstellen können.
  • Der Patient muss immer zuerst im Fokus stehen, bei der Betrachtung von Wertschöpfungsketten in der Gesundheitswirtschaft darf der „Wert“, wie es auch in der MedComm-Präsentation dargestellt wurde, nicht nur als ökonomischer Wert definiert werden.
  • Die wichtigsten Ziele für die Gesundheitswirtschaft sind: wie können wir die Gesundheitsversorgung besser aufeinander abstimmen und wie können wir unter Minimierung der Kosten eine gute Versorgungsqualität gewährleisten.
  • Besondere Aufmerksamkeit sollte auf Versorgungslücken gesetzt werden, die zum Abruf von Mitteln aus anderen Sicherungssystemen führen, hier ist eine ganzheitliche Betrachtung der Kosten und Kostenträger erforderlich.
  • Grundsätzlich werden Wertschöpfungsketten auch von Kliniken betrachtet, allerdings ist der Begriff dafür nicht üblich, es wird eher von Patientenpfaden gesprochen.
  • Für eine Klinik ist der Weg des Patienten auch außerhalb der stationären Versorgung wichtig, da bei schlechter ambulanter Betreuung der „Effekt der Klinik“ weg ist.
  • Die Sektorengrenzen zwischen ambulant und stationär sind aber nach wie vor „zementiert“, auch wenn vereinzelt Integrierte Versorgungsverträge existieren.
  • Grundsätzlich ist bei den Akteuren eine Bereitschaft zur sektorenübergreifenden Kooperation vorhanden, die aber durch die unterschiedliche Art der Finanzierung erschwert wird, hier ist eine regulatorische Anpassung notwendig.


„Mit der Analyse von Wertschöpfungsketten kann man in einer Region Versorgung verbessern und Netzwerke fördern.“
Plenum:

  • Die Aussage findet grundsätzlich Zustimmung.
  • Bei der Betrachtung von Wertschöpfungsketten ist wichtig zu unterscheiden, wer im Zentrum steht: der Patient (eher Kernbereich) oder das Produkt (eher Zulieferbereich).
  • Für eine regionale Betrachtung der Wertschöpfungsketten ist eine patientenzentrierte Sichtweise, konzentriert auf Indikationen sinnvoll. Damit kann Versorgung verbessert werden.
  • Wichtig ist der Regionszuschnitt: hier darf man sich nicht von Verwaltungsgrenzen leiten lassen, ein Kreis ist als Region zu klein.
  • Die Regionalmanagements Gesundheitswirtschaft des Wirtschaftsministeriums: MedComm und Gesundheitsregion Nord haben eine überregionale Zielsetzung und sind grundsätzlich bereichsübergreifend ausgerichtet.
  • Bei der Betrachtung von Wertschöpfungsketten, wie auch der Entwicklung einer Gesamtstrategie ist es wichtig, den Adressatenkreis im Auge zu behalten: Wer soll die Strategie wahrnehmen?
  • Daraus kann abgeleitet werden, wie Ressourcen und Potenziale bekannt gemacht werden müssen.

Zwischenbericht Wertschöpfungsketten in der Gesundheitswirtschaft [PDF: 2,9 MB]

Insgesamt wurden in der Diskussion die Expertenaussagen der Wertschöpfungsanalyse bestätigt und ergänzt. Nach der Diskussion im Plenum wurden die Anregungen in Einzelgesprächen fortgesetzt. Veranstalter und Teilnehmer zeigten sich sehr zufrieden mit der MedComm Jahresversammlung 2011.