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Tagungsdokumentation MedComm Gesundheitswirtschaftskongress 2013 

Maria Nadj-Kittler
Maria Nadj-Kittler

Am 24. April 2013 fand der MedComm Gesundheitswirtschaftskongress in Bad Segeberg statt. Das Thema „Gesundheitswirtschaft in der Region: Fachkräfte gewinnen, halten und entwickeln“ hatte den Nerv getroffen – rund 180 Interessierte waren in das Seehotel Vitalia gekommen.

Durch die Veranstaltung führte Susanne Kluge, NDR-Journalistin, die den Kongress kompetent moderierte.

In ihrem Grußwort verdeutlichte Jutta Hartwieg, Landrätin des Kreises Segeberg, die regionale Kompetenz im Gesundheitswesen – immerhin der größte Wirtschaftszweig im Kreisgebiet.

Dr. Mathias Rüdiger hieß die Gäste willkommen und fächerte das breite Spektrum des Themas Fachkräfte auf. Als Geschäftsführer der AK Segeberger Kliniken sieht er sich selbst auch vor der Aufgabe, den Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber zu sein.

Hilfestellung dazu lieferte Maria Nadj-Kittler, Picker Institut Deutschland gGmbH, in ihrem Einführungsreferat: „Keine Angst vor Mitarbeitern – Feedback als Chance“. Die Erkenntnis, dass die Mitarbeiter die wertvollste Ressource ihres Unternehmens sind, hat sich mittlerweile in den Unternehmen, insbesondere in der Gesundheitsbranche, durchgesetzt. Die Entscheidungsträger wissen: Die Mitarbeiter müssen spüren, dass sie und ihre Bedürfnisse ernst genommen werden – eine Grundvoraussetzung, um ihre Loyalität zu erhalten. Aber was sind die Bedürfnisse? Eine Möglichkeit Antworten zu erhalten, sind standardisierte, externe Mitarbeiterbefragungen zur Evaluation der Mitarbeiterzufriedenheit. Diese zeigen auf, welche Rahmenbedingungen Mitarbeiter brauchen, um ihren Arbeitsplatz und ihren Arbeitgeber attraktiv zu finden, insbesondere im Vergleich mit anderen Arbeitgebern aus der Branche. Derartige Befragungen sind natürlich nur der erste Schritt, dem dann auch Taten folgen müssen wie etwa die Entwicklung individueller Arbeitszeitmodelle.

Forum 1 „Mehr Zeit für unsere Patienten“
Moderation: Dr. Carsten Leffmann, Ärztekammer Schleswig-Holstein

„Arbeitsteilung im Gesundheitswesen“
Heike Steinbach-Thormählen, Ärztenetz Eutin-Malente e.V.

 

Referenten Forum 1
Referenten Forum 1

Die Formen neuer Arbeitsteilung im Gesundheitswesen sind vielgestaltig. Intensiv diskutiert werden die Delegation ärztlicher Tätigkeiten an Pflegepersonal sowie die Delegation pflegerischer Aufgaben an Assistenzpersonal. Vor der Realisierung stehen aber etliche gesetzliche Regelungen und berufsständische Vereinbarungen. Aufgaben können auch an Mitarbeitern mit neuen Berufsbildern (OTA, ATA) und mit Weiterbildungen (Diabetes-Nurse, Wundexpertin etc.) abgegeben werden. Ob die Delegation mehr Zeit für die Patienten bringt? Nicht unweigerlich, die Versorgung wird jedenfalls effizienter. Um trotz Spezialisierung und Differenzierung die Qualität in der Gesundheitsversorgung zu halten oder sogar zu steigern, ist Case Management ein wichtiges Instrument – einer muss die Fäden in der Hand behalten. Dabei können Ärztenetze helfen. Konkrete Beispiele aus dem östlichen Holstein: ein Wundnetz und eine Trägerübergreifende Pflegeberatungsstelle. In welcher Disziplin auch immer: Die Zukunft gehört dem, der sich vernetzt und Partnerschaften bildet.

Arbeitsteilung im Gesundheitswesen_Heike Steinbach-Thormählen [PDF: 1,5 MB]

„Ambulante Versorgung / Entlassungsmanagement“
Heiko Liske, Pflegedienst Daheim Lübeck
 

Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten haben es mitunter mit schwierigen Rahmenbedingungen zu tun: überforderte Angehörige, beengte Wohnverhältnisse, zu schnell entlassene Patienten, schlechtes Image ihres Berufsstandes etc. Ein Ziel der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit mit dem stationären Bereich sollte es daher sein, gemeinsam in der erforderlichen Zeit ein erfolgreiches Entlassungsmanagement zu praktizieren. Insbesondere, wenn es um anspruchsvolle Entlassungsübernahmen geht, wie schwierige Wundversorgungen oder häusliche Beatmung, ist qualifiziertes Personal eine der unabdingbaren Voraussetzungen. Die hohen Anforderungen an solche Fälle schrecken nicht ab, sondern erhöhen im Gegenteil die Mitarbeiterzufriedenheit bei den Pflegefachkräften, die sich und ihre spezifischen Kenntnisse gebraucht fühlen. Anspruchsvolle Entlassungen dienen darüber hinaus der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Mitarbeiter.

Ambulante Versorgung Entlassungsmanagement _Heiko Liske [PDF: 2,6 MB]

„Automatisierung und verbesserte Ergonomie“
Jörg Harthun, Dräger Medical Deutschland GmbH

Medizintechnikunternehmen tragen ihren Teil dazu bei, das medizinische Personal von patientenfernen Tätigkeiten zu entlasten. Auf Basis von Kundenbefragungen und Anwenderworkshops entwickeln sie moderne Technik. Mit deren Implementierung können Patientendatenmanagementsysteme genutzt, patientenrelevante Informationen am Arbeitsplatz verfügbar gemacht, Transportkonzepte vereinfacht werden. Mit den verschiedenen Maßnahmen werden automatisch Behandlungs- und Pflegemaßnahmen umfassend dokumentiert, erbrachte Leistungen können abgerechnet werden und Abläufe werden standardisiert, so dass weniger Zeitverlust bei Routineverfahren entstehen. Im Ergebnis kann sich das medizinische Personal mehr auf die Patienten konzentrieren.

Automatisierung und verbesserte Ergonomie_Jörg Harthun [PDF: 1018 KB]  

Forum 2 „Wo nehme ich die Fachkraft her?“
Moderation: Prof. Roland Trill, Fachhochschule Flensburg

Prof. Roland Trill
Prof. Roland Trill

Der Fachkräftemangel ist in Krankenhäusern und in der Altenpflege schon da, wird aber aus verschiedenen Gründen tendenziell zunehmen. Die Ursachen sind vielfältig: demografische Entwicklung, steigende Teilzeitquote und steigende Fallzahlen sowie arbeitsrechtlich bedingter Mehrbedarf. Gegenmaßnahmen müssen auf nationaler, auf regionaler Ebene und in jedem einzelnen Unternehmen entwickelt werden. Die Entstehung neuer Berufe wird ein Weg sein, um beispielsweise die Arbeit anders aufzuteilen. Eine Professionalisierung des Managements von medizinischen Leistungserbringern wird unter anderem unterstützt mit dem Masterstudiengang eHealth an der FH Flensburg. Dessen Absolventen verfügen sowohl über betriebswirtschaftliches als auch über Fachwissen aus dem Gesundheitsbereich.

Wo nehme ich die Fachkraft her_Prof. Roland Trill [PDF: 484 KB]

„Attraktive Arbeitsplätze im Krankenhaus“
Marcus Baer, Schön Klinik Bad Bramstedt

Wie gelangt man in den Kreis der „Besten Arbeitgeber im Gesundheitswesen 2013“? Fragen Sie die Schön Klinik Bad Bramstedt. Auf Basis von Befragungen zur Mitarbeiterzufriedenheit wurde dort ein ganzes Maßnahmenbündel geschnürt, bestehend aus kurz-, mittel- und langfristigen Aktivitäten. Sofortmaßnahmen sollen sichtbar und spürbar sein: Also, den Informationsfluss verbessern, Leistung am Limit vermeiden sowie Gesten der Wertschätzung für Erreichtes einführen. Kommunikation ist der Dreh- und Angelpunkt beim Thema Mitarbeiterzufriedenheit, die Bemühungen um Transparenz und Miteinander müssen jedoch authentisch bleiben. Für alle weiteren Aktivitäten müssen die Führungskräfte „mitgenommen“ werden, die auch Vorbild sein sollen. Ebenso kommt dem Betriebsrat eine besondere Bedeutung zu. Nur im Zusammenspiel aller Beteiligten ist ein Wandel zu einer Kultur des Vertrauens möglich. 

Vertrauen ist kein Sprintprojekt_Marcus Baer [PDF: 2 MB]

„Vereinbarkeit Familie, Beruf und Privatleben“
Susann Czekay-Stohldreier, Friedrich-Ebert-Krankenhaus Neumünster (FEK)

Krankenhäuser können ihre Unternehmensziele durch Fall- und Umsatzzahlen definieren. Sie können sich aber auch zum Ziel setzen, dass die Arbeits- und Organisationsgestaltung zu den Lebensphasen der Mitarbeiter passt. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es drei zentrale Stellschrauben: Führung, Kinderbetreuung und Arbeitszeiten. Konkrete Beispiele für Maßnahmen bei der Qualifikation von Führungskräften sind die Lernmodule „Gesund führen“ sowie die Erweiterung der Kategorien im Mitarbeitergespräch um „Vereinbarkeit Familie, Beruf und Privatleben“ und „Arbeits- und Gesundheitsschutz“. In der Kinderbetreuung ist ein Betriebskindergarten mit umfangreichen Öffnungszeiten ein großes Pfund. Und bei den Arbeitszeiten hat das FEK Neumünster ein Konzept zum Ausfallmanagement entwickelt und umgesetzt. Damit soll der Stress, der entsteht, wenn Mitarbeiter kurzfristig ausfallen, reduziert werden und alle entlasten.

Vereinbarkeit Familie, Beruf und Privatleben_Susann Czekay-Stohldreier [PDF: 1,7 MB]

„Neue Strategien zur Fachkräftesicherung“
Ralph Müller-Beck, Staatssekretär für Arbeitspolitik und Fachkräftefragen im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein

Staatssekretär Ralph Müller-Beck
Staatssekretär Ralph Müller-Beck

Der Staatssekretär gab gemeinsam mit der Projektträgerin von MedComm, Jutta Hartwieg, den Startschuss für die Fachkräftekampagne „MedJob Südholstein“. Die Initiative wirbt mit einem Imagefilm und einer Website für Aus- und Weiterbildung im Gesundheitsbereich. Auf www.medjob-sh.de findet sich neben einem regionalen Stellenportal Sehenswertes in der Gesundheitsregion Südholstein. 

Derzeit ist eine landesweite Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“ in Vorbereitung. Nicht nur im Gesundheitsbereich sind kompetente Mitarbeiter gefragt. Da aber die Gesundheitswirtschaft zu den volkswirtschaftlich und arbeitsmarktpolitisch bedeutenden Faktoren der Wirtschaft Schleswig-Holsteins gehört, ist es hier besonders wichtig, ausreichend Fachkräfte zu haben. Die Kampagne „MedJob Südholstein“ bildet daher einen zentralen Baustein im Rahmen der landesweiten Aktivitäten.In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden verschiedene Problemdefinitionen und Lösungsansätze von Staatssekretär Ralph Müller-Beck, Dr. Franz-Joseph Bartmann, Ärztekammer Schleswig-Holstein, Prof. Gert Richardt, Segeberger Kliniken, und Anja Vollack, UKSH Akademie diskutiert.

v.l.n.r. Anja Vollack, Ralph Müller-Beck, Jutta Hartwieg, Nadine Sevegnani
v.l.n.r. Anja Vollack, Ralph Müller-Beck, Jutta Hartwieg, Nadine Sevegnani

Einstimmigkeit herrschte über die Notwendigkeit von strategischer Personalentwicklung. Wer Fachkräfte gewinnen und langfristig im Unternehmen halten möchte, kann dies nur mit einem Arbeitsumfeld erreichen, in dem die fachliche und persönliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter ein wesentlicher Teil der Unternehmenskultur ist.

Außerdem sollte der Weg zum Berufswunsch an einigen Stellen vereinfacht werden. Zum Beispiel sind Ausbildungsordnungen zu verschlanken und Ausbildungsteile wie die zur Pflegeassistenz bei Weiterbildungen anzuerkennen. Partnerschaften zwischen Schule und Wirtschaft sollten verstärkt werden, um dem Nachwuchs die vielfältigen Möglichkeiten im Gesundheitsbereich näherzubringen. Die Gesundheitsversorgung wird zunehmend technologisch geprägt – Stichwort „Telemedizin“. Eine flächendeckende Vollversorgung hingegen kann sich niemand mehr vorstellen.

Dokument-Einbindung: Veranstaltungsprogramm

Die Berichterstattung des Kongresses auf dem Portal der Landesregierung.